Prävention und Reaktion für den Extremfall eines terroristischen Anschlagsszenarios


Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen, die Bewusstmachung und das Wissen um den Umgang inner- und außerhalb dieser Extremsituation ist durchaus hilfreich.

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Mit dem Einstieg in das 21. Jahrhundert ist das Thema Terror und daraus resultierende Anschläge regelmäßiger Bestandteil der Medienlandschaft. Dabei werden zunehmend auch Bürger westlicher Staaten Opfer ungezielter Attentate. Durch einen Terroranschlag getötet zu werden ist statistisch betrachtet aber eher unwahrscheinlich und im Verhältnis mit dem Tod durch einen Blitzeinschlag zu vergleichen.

Nichts destotrotz ist es sinnvoll sich bewusst zu machen wie man ein terroristisches Szenario möglichst unbeschadet übersteht. Dafür ist es hilfreich ein standardisiertes Vorgehen zu verinnerlichen, welches möglichst auf viele Szenarien des Terrors anwendbar ist.


BASIS
Eines muss völlig klar sein, es gibt keine Musterlösung die man für jedes Terroranschlagsszenario gleichermaßen anwenden kann. Ebenso wenig wie ein Höchstmaß der Aufopferung von persönlicher Freiheit die Erreichung einer 99%-prozentigen Sicherheit ergibt.

Wie vergangene Terrorszenarien gezeigt haben, ist die Vielfalt an Varianten des ungezielten Tötens von Menschen unendlich groß. Dabei Bedarf es nachweislich keiner Schusswaffe oder eines Sprengsatzes, alleine die Anwendung eines alltäglichen Objektes, wie einem Fahrzeug, kann dieses zur Terrorwaffe machen.


ANALYSE
In einer Extremsituation die Ruhe zu bewahren ist schwer, aber dennoch unweigerlich ein erster Schritt zur eigenen Sicherheit. Hierbei kann ein Hineindenken in die Situation durchaus hilfreich sein, versuchen Sie sich vorzustellen wie es wäre wenn Sie inmitten eines Anschlags stehen würden, was sind Ihre Gedanken? Wie würden Sie reagieren? Gehören Sie eher zu den emotional oder rational denkenden Menschen?

Desto öfter Sie sich mit Szenarien auseinandersetzen und Sicherungsvarianten gedanklich durchspielen, desto besser können Sie Überlegungen im Extremfall abrufen und sich so etwas mehr Handlungssicherheit antrainieren.

Machen Sie sich in der Situation bewusst mit welcher Art von Terror sie konfrontiert werden und entscheiden Sie sich dann für ein geordnetes und bedachtes Flüchten oder wenn dies nicht möglich ist für das gezielte Verstecken. Verständigen Sie erst dann den Notruf, zum Alarmieren der Polizei, wenn Sie sich tatsächlich in einer sicheren Umgebung befinden in der Sie keiner ersichtlichen Gefährdung ausgesetzt sind.

Seien Sie sich im Klaren darüber, dass Heldentum und digitale Berichterstattung keine guten Ratgeber in einer Situation sind, in der es im Fokus darum geht ihr eigenes Überleben zu sichern. Gehen Sie davon aus, dass die Variante des „Todstellens“ vielleicht in der Natur, wie beim Opossum, funktioniert, aber im Fall eines Terroranschlags auch zur realistischen Wahrwerdung des Schauspiels führen kann.


EXTRAKT
Flüchten Sie daher im Fall eines Terroranschlags zu einem sicheren Ort. Wenn dies nicht möglich ist, dann Verstecken Sie sich, schalten Sie Ton und Vibration Ihres Mobiltelefons ab und verbarrikadieren Sie sich, wenn möglich. Alarmieren Sie die Polizei wenn es sicher ist dies zu tun.


Möchten Sie mehr wissen?

Außerhalb der Extremsituation

Prävention – Wie kann ich mich auf einen Terroranschlag vorbereiten?

Informationssammlung
Das Wissen über bisherige Terroranschläge und wie die Attentäter bei diesen vorgegangen sind kann vorteilhaft sein. Bei der eingehenden Recherche lassen sich Erfahrungsberichte von Überlebenden einsehen, aus denen man für sich selbst passende Handlungsempfehlungen ableiten kann. Denn klar ist, ein jeder reagiert in dieser Extremsituation anders.

Dabei kann Ihr Fokus auf die Betrachtung der Bereiche liegen, mit denen Sie häufig in Verbindung kommen. Richten Sie die Perspektive auf das Land in dem Sie leben und auf die öffentliche Umgebung in der Sie sich öfter aufhalten.

Weiterleitungen:
Weltweit | Terrorism Wordwide
Europäisch | European Terrorism Situation
Deutsch | Gefährdungslage Deutschland

Typbestimmung
Denken Sie sich in eine ausgewählte Extremsituation eines terroristischen Anschlag hinein und überlegen Sie sich, wie Sie reagiert hätten? Wie geht es Ihnen dabei? Macht Sie bereits die Vorstellung emotional nervös oder gehören Sie zu dem Personenkreis der im Rahmen einer sehr rationalen Sicht Gefahren ausblenden kann?

> Emotional
Personen die zum emotionalen Denken neigen agieren sehr gefühlsbetont. Das kann bereits bedeuten, dass Sie bei einem traurigen oder erschreckenden Ereignis, auch wenn dies nur inszeniert ist, zu Gefühlausbrüchen neigen. Diese Fähigkeit zur emotionalen Bewertung von Schmerzen kann in einer Extremsituation zu Panik führen, was konträr zum Grundsatz „die Ruhe zu bewahren“ steht.

Der emotional denkende Mensch muss entgegen seiner Grundeinstellung versuchen die Geschehnisse um ihn herum nicht an sich heranzulassen. Das heißt er darf sich nicht zu sehr, schon gar nicht wenn er sich dadurch selbst gefährdet, von Leid und Qual in seiner Umgebung im Rahmen der Flucht aufhalten lassen.

> Rational
Personen die zum rationalen Denken neigen agieren sehr sachlich. Sie besitzen die Fähigkeit sich zu fokussieren und Tatsachen auszublenden. Diese Fähigkeit ist in Extremsituationen von Vorteil, da jegliche Ablenkung oder Verzögerung des Handels einen Nachteil in Extremsituationen darstellt in der jede Sekunde entscheidend sein kann.

Der rational denkende Mensch hat in der Extremsituation den Vorteil der geübten Fokussierung, aber dies garantiert ihm noch lange keinen Überlebenserfolg. Denn es kann durchaus sein, dass auch er in Panik oder gar Schockstarre verfällt, da er nicht weiß wie er mit der Situation umgehen soll.

Für emotionale als auch rational denkende Personen gilt gleichermaßen die Vorbereitung und gedankliche Auseinandersetzung als sinnvolle Übung, welche dabei hilft innerlich mehr Selbstsicherheit aufzubauen.

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Gedankenspiel
Folgendes Szenario wäre für Sie denkbar:  
Sie befinden sich in einer U-Bahn-Station und hören mehrere Schüsse aus der näheren Umgebung, etwas später folgt panisches Geschrei mehrerer Personen.

> Analyse
Zunächst einmal könnte es sein, dass Sie die Schüsse nicht also solche erkennen und es vielleicht für Feuerwerk halten. Dies ist vor allem wahrscheinlich wenn Sie keine Erfahrung mit Schusswaffen haben oder Sie ganz einfach nicht damit rechnen in eine solche Situation zu kommen und auch wenn, abweichend von der Beschreibung des Szenarios keine Schreie zu hören sind. Desto länger sie brauchen um die Situation zu begreifen, desto gefährlicher kann die Situation für Sie werden. Mehrfach andere Passanten nach der Situation zu befragen kostet wertvolle Zeit.

Zumeist zeigen in Extremsituationen mehr als 3/4 der betroffenen Personen ein verwirrtes Verhalten, da sie die Situation erwarten und auch nicht wissen was sie tun sollen. Etwa 1/10 wird so reagieren, dass die Chancen des eigenen Überlebens verringert werden, etwa durch die Idee näher an die Attentäter heranzutreten um die Geschehnisse zu filmen oder zu fotografieren.

Sollten Sie beruflich tagtäglich Punkte tangieren die als Anschlagsziele geeignet sind, dann wäre es auch denkbar, dass Sie sich die Umgebung genau einprägen. Schauen Sie sich an welche Varianten an Routen es gibt die Sie nutzen können und wie Sie schnell als auch gezielt einen Ort verlassen können. Betrachten Sie dabei auch Wege die nicht über Rolltreppen oder Aufzüge führen. Halten Sie Ausschau nach Treppenhäusern die nicht im Fokus der öffentlichen Nutzung sind, dies ist oftmals bei ausgeschilderten Notausgängen der Fall. Eine Identifikation dieser Wege im vor hinein ist zu empfehlen, damit Sie in der Situation nicht erst danach suchen müssen und wertvolle Zeit verlieren.

Wenn Sie diese Bewertung abgeschlossen haben, dann halten Sie sich in der Situation auch genau an den eruierten Fluchtweg. Lassen Sie sich nicht durch einen flüchtenden Mob an Personen in eine Richtung „saugen“ die Sie womöglich in eine weitere Gefährdung bringt.

Haben Sie die Situation als terroristisches Szenario erkannt, dann handeln Sie sofort und verlassen Sie die Gefahrenstelle über den besten zur Verfügung stehenden Fluchtweg.

Entschlossenes und bewusstes Handeln im Rahmen der gezielten Flucht kann Leben retten.

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> Eliminierung
Sollten Sie es nur mit einem einzelnen Täter zu tun haben und Ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten, vielleicht sind Sie ja auch in einer Gruppe unterwegs, dazu geeignet sein den Attentäter ohne größere Eigengefährdung zu überwältigen, dann kann dies ein Weg sein. Sollten Sie sich jedoch nicht sicher sein, dann kann dieser Weg eher zu Ihrer eigenen Eliminierung führen.

Manchmal ist es besser ein lebender Feigling zu sein als ein toter Held

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> Totmann
Es gab Terroranschläge bei denen die Idee des „Totstellens“ durchaus das Überleben einzelner Personen sichern konnte. Bei Attentaten die nur darauf abzielen möglichst viele Menschen zu töten wurde festgestellt, dass die Terroristen auch die bereits am Boden liegende Personen nochmals beschossen, was gegen die Totmann-Taktik spricht. In der Natur mag dieses Vorgehen beim Opossum wunderbar funktioniert, bei einem Terroranschlag kann das Schauspiel schnell zur Realität werden.

Innerhalb der Extremsituation

Reaktion – Wie kann ich meine Flucht aus dem Gefahrenbereich vorbereiten?

Bei Feuerwaffeneinsatz gehen Sie schnellstmöglich in eine schusssichere Deckung, Variante Betonwand, kein Blech oder Holz, und machen Sie sich zu einem möglichst kleinen Ziel. Dünne Metalle und Holz als Deckung können bei Beschuss Splitterwirkung haben und somit die Situation noch weiter verschärfen. Ist keine Deckung verfügbar, dann legen Sie sich flach auf den Boden. Gehen Sie der Situation im ersten Schritt möglichst kontrolliert aus dem Weg.

Bewahren Sie in der Situation die Ruhe und betrachten Sie Ihre Optionen:

  • Besteht die Möglichkeit der Nutzung einer Evakuierungsroute auf der Sie sich schnell und sicher, ohne sich selbst einer ersichtlichen Gefahr auszusetzen, in Sicherheit bringen können?
  • Machen Sie sich eine mögliche Route bewusst, handeln Sie schnell und leise und lassen Sie Objekte zurück die Sie bei Ihrer Flucht behindern könnten
  • Befinden sich Menschen in Ihrem Umfeld, dann bestehen Sie darauf, dass Sie diese begleiten, aber lassen Sie sich durch eine mögliche Unentschlossenheit der Personen nicht bremsen
Flüchten – Was ist bei der Flucht aus dem Gefahrenbereich zu beachten?

Wenn Sie sich Ihre ausgewählte Fluchtroute betrachten dann beachten Sie folgendes:

  • Laufen Sie Gefahr in eine eventuelle Schusslinie zu geraten?
  • Wäre es vielleicht besser zu warten bis sich Attentäter entfernen bis Sie mit Ihrer Flucht fortfahren?

Wenn Sie einen Korridor oder einen Weg gefunden haben über den Sie weitgehend sicher flüchten können, dann rennen Sie! Sollten Ihnen bei der Flucht Personen begegnen, dann hindern Sie sie daran den Gefahrenbereich zu betreten um sie nicht in Gefahr zu bringen.

Ist Ihnen die Flucht gelungen, dann entfernen Sie sich möglichst weit von der Gefahrenstelle und alarmieren dann die Polizei. Gehen Sie davon aus, dass es nicht unbedingt nur eine Gefahrenstelle geben muss sondern Sie sich in einem großangelegten Terrorszenario befinden und ebenso Opfer weiterer sekundärer Aktionen werden können. Lassen Sie sich von der Polizei beraten wie Sie weiter vorgehen sollen.

Ist Ihnen nicht wohl oder haben Sie bedenken bei Ihrem Fluchtvorhaben, dann sollten Sie vorerst die Variante des Versteckens nutzen.

Verstecken – Was ist beim Verstecken im Umfeld des Gefahrenbereichs zu beachten?

Bei der Suche nach einem Versteck sollten Sie Ausgänge und Fluchtwege berücksichtigen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Sackgassen oder Engpässe.

  • Im Falle der Auseinandersetzung mit Feuerwaffen ist es günstig ein Versteck mit verstärkten Wänden ausfindig zu machen, Dies sorgt für eine schützende Barriere bei direktem Beschuss oder möglichen Querschlägern im Feuergefecht.
  • Wenn die Möglichkeit der Einnahme eines Raumes besteht, dann ist das Verschließen und verbarrikadieren der Tür zu empfehlen, ebenso wie das nachgelagerte Fernbleiben von dieser Tür bis Hilfe eintrifft.
  • Verhalten Sie sich immer so leise wie möglich
  • Schalten Sie Ihr Mobiltelefon lautlos und stellen Sie die Vibration aus
  • Schreien Sie nicht um Hilfe und tun Sie ebenso nicht was Ihr Versteck verraten könnte.

Besteht im weiteren Verlauf die Möglichkeit doch noch flüchten zu können, dann nutzen Sie diese Option und verlassen Sie den Gefahrenbereich.

Ist eine nachgelagerte Fluchtmöglichkeit nicht gegeben, dann informieren Sie die Polizei durch Wahl der üblichen Notrufnummer.

Alarmieren – Was ist im Rahmen der Alarmierung außerhalb oder in der Nähe des Gefahrenbereichs zu beachten?

Im Telefonat mit der Notrufzentrale teilen sprechen Sie klar und deutlich.
Teilen Sie Ihren Aufenthaltsort mit und geben Sie weiter was Sie wissen:

  • Beschreiben Sie Angreifer, ihre Bekleidung, ihre Waffen
  • Informieren Sie über mögliche Verluste und dem Zugang zum Gebäude
  • Ergänzen Sie jegliche weitere Information die von Interesse sein könnte

Trifft die Polizei am Ort des Geschehens ein gelten folgende Regeln:

  • Die Polizisten werden bewaffnet sein
  • Sie können je nach Funktion sehr unterschiedliche gekleidet sein
  • Erste Aufgabe ist die Neutralisation der vorherrschenden Bedrohung zur Verhinderung von Opfern oder weiterer Opfer
  • Eventuell zieht sich die Situation sehr lange hin und Sie müssen in Ihrem Versteck verharren, da auch eine Geiselnahme in Betracht gezogen werden muss von der Sie nichts mitbekommen
  • Wenn Sie auf die Polizei treffen, dann sehen Sie es Ihnen nach wenn diese Sie nicht von den Angreifern unterscheiden können und daher sehr hart mit Ihnen umgehen egal ob rein verbal oder doch physisch
  • Folgen Sie zwingend den Anweisungen
  • Vermeiden Sie jegliche plötzliche Bewegung oder Gestik die möglicherweise als Bedrohung oder Angriff empfunden werden kann
  • Bleiben Sie ruhig, schreien Sie nicht, winken Sie nicht, tun Sie nur das was Ihnen seitens der Polizei gesagt wird
  • Sorgen Sie dafür das Ihre Hände jederzeit gut sichtbar sind um klar erkenntlich zu machen, dass Sie unbewaffnet sind und keine Gefahr darstellen

Erst wenn klar ist, dass von Ihnen keine Gefahr ausgeht und Sie nicht zu den Attentätern gehören wird man Sie in Sicherheit bringen können. Glücklicherweise ist ein solches Szenario sehr unwahrscheinlich, aber eine gedankliche Vorbereitung und das Wissen des Vorgehens ist dennoch in der heutigen Zeit eine lohnende Investition.



Bilderherkunft | Künstler und Kontakt

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Beschreibung: Polizeiaufgebot
Künstler: Tiziano Pedrini
Kontakt: Instagram tizianopedrini

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